Pressespiegel
11.2006
„Fit for Future": Auricher Verein
vermittelt Lernschwache in Arbeit
Neues Angebot wird von der Aktion Mensch gefördert

Jörg Hass-Tjaden
Schüler von Schulen für Lernhilfe sollen eine Chance bekommen. Die Kammern machen mit.
AURICH INAS - Die Gesellschaft zur Förderung nachhaltiger Lebensqualität hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualität benachteiligter Menschen dauerhaft zu verbessern. In diesem Jahr hat der Auricher Verein ein Projekt gestartet, das sich an lernschwache Jugendliche in Ostfriesland wendet, die Förderschulen für Lernhilfe besuchen. Aus dieser Gruppe wurden noch einmal die schwächsten Schüler ausgewählt - diejenigen, die kaum Aussicht auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz haben. Diese Schüler wurden in das Projekt "Fit for Future" aufgenommen, erläuterte der Projektkoordinator der Gesellschaft, Diplom-Pädagoge Jörg Hass-Tjaden. Finanziert wird das neue Angebot zu 80 Prozent durch die Aktion Mensch.
Jörg Hass-Tjaden und seine Mitarbeiter gehen persönlich in die Betriebe, um zunächst einen Praktikumsplatz für die von den Lehrern vorgeschlagenen Teilnehmer zu bekommen. Dabei wird auf persönliche Neigungen und praktische Fähigkeiten der jungen Leute Rücksicht genommen.
Erstes Ziel ist es, den Kontakt zwischen Schülern und Betrieben herzustellen. Zunächst läuft das Projekt zweigleisig, die jungen Leute gehen in die Betriebe und noch weiter zur Schule. Die Meister oder Firmeninhaber haben so die Möglichkeit, die jungen Leute nach ihren praktischen Fähigkeiten zu beurteilen. Auch andere Tugenden der Schüler können so erkannt werden, etwa Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit oder Fleiß. Wenn Schwierigkeiten auftreten, die in der Lernschwäche der Schüler begründet liegen, unterstützen die Mitarbeiter der Gesellschaft Betrieb und Schüler, oder es wird versucht, die Defizite in der Schule aufzuholen.
Kooperationspartner der Gesellschaft sind die Förderschulen für Lernhilfe in Emden, Großefehn und Pewsum, Betriebe in der Region, die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg, die Handwerkskammer für Ostfriesland und der Verein Integratives Leben und Wohnen betreuungsbedürftiger junger Menschen in Ernden.
Ostfriesische Nachrichten vom 15.11.2006
Ruhe finden in einer hektischen Welt
Die "Gesellschaft zur Förderung nachhaltiger Lebensqualität" legt Kursprogramm auf / Chi Gong und mehr

Jörg Hass-Tjaden will dafür sorgen, dass mehr Menschen ein wenig Ruhe und Entspannung finden. Foto: Matthes
mik Aurich. Der Alltag wird hektischer, stressiger, schneller. Viele Menschen müssen immer mehr arbeiten, immer schneller reagieren, immer mehr Druck aushalten. Das meint die "Gesellschaft zur Förderung nachhaltiger Lebensqualität e.V." und will Abhilfe schaffen. Der in Aurich ansässige Verein hat ein Gesundheits- und Bildungszentrum gegründet und bietet in einer Rehasportabteilung ein Kursprogramm für Jung und Alt an. Das Ziel: Zur Ruhe kommen und entspannen.
"Die Belastung der Menschen am Arbeitsplatz hat deutlich zugenommen", erklärt Projektkoordinator Jörg Hass-Tjaden. Angst vor dem Arbeitsplatzverlust und erhöhte Produktionszahlen erzeugten Druck. "Das macht das Klima in den Unternehmen rauer", ist Hass-Tjaden sicher. Mit Sport- und Entspannungsangeboten möchte der Verein jetzt Menschen helfen, ein Stück Lebensqualität zurückzugewinnen.
Dabei profitieren nicht nur Arbeitnehmer von den Kursen. Ist ein Arbeitnehmer entspannt und zufrieden, steigert das die Leistung und minimiert den Krankenstand, lautet die einfache Gleichung. Der Verein denkt daher ganzheitlich und bezieht auch die Unternehmen mit ein. Gesundes Essen in der Kantine oder Sportangebote in der Mittagspause, für Hass-Tjaden sind das nachahmenswerte Modelle aus Fernost. "Da müssen wir auch in Deutschland hinkommen", so der Diplompädagoge. Doch nicht nur die Berufswelt sei schnelllebiger geworden, weiß Hass-Tjaden. "Man hat auch privat immer weniger Freiraum. Alles muss immer schnell gehen." Nur schwer komme man zur Ruhe. Vielen Menschen fehle die Muße. Dazu kommt mangelnde Bewegung. Viele Arbeiten und auch die freie Zeit verbringe man im Sitzen - vor dem Computer, dem Fernseher oder am Schreibtisch.
Genau auf diese Defizite ist das Kurs-Programm des Vereins abgestimmt. Auf dem Plan stehen Nordic Walking, Yoga und Chi Gong, Phantasiereisen und Seminare zum Thema "Time-out statt Burn-Out" oder "Ruhe finden im Alltagstrubel". Die Angebote der Rehasportabteilung können vom Arzt verschrieben werden, denn die Einrichtung ist ein staatlich anerkannter Rehasportträger. "Das ist für viele eine kostengünstige Möglichkeit", hofft Hass-Tjaden.
Ein besonderes Angebot richtet sich an Kinder mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom). In einem Entspannungskurs sollen Kinder und Jugendliche Spielerisch lernen, ruhiger und augeglichener zu werden. "Dieser Kurs findet in besonders kleinen Gruppen statt", so Hass-Tjaden.
Im Programmheft findet sich der Gesprächskreis "Was mich bewegt", der Teilnehmern neue Perspektiven und Lösungsansätze für Probleme aufzeigen soll. "Wir merken oft, dass die Menschen einfach nur reden möchten, erzählen wollen, was sie bewegt", so Hass-Tjaden. Eine Besonderheit findet sich auf den letzten Seiten des Heftes: Der Verein bietet eine 14-monatige Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie an.
Die "Gesellschaft zur Förderung nachhaltiger Lebensqualität e.V." wurde 2004 gegründet. Ziel ist es, die Lebensqualität von Menschen in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Freizeit nachhaltig zu verändern. Dazu sollen Integrationsprojekte und Angebote der offenen Hilfen aufgebaut werden. Die Zielgruppe des gemeinnützigen Vereins sind Behinderte, Jugendliche und von Arbeitslosigkeit Betroffene in Aurich, Norden und Emden.
Mehr Informationen rund um den Verein und das aktuelle Kursangebot gibt es unter Tel. 0494116045061 und im Internet unter www.gnl-ev.de.
Emder Zeitung vom 04. Februar 2006
Selbstständig leben statt Rollenspiele im Unterricht
Wohntraining der Pestalozzischule soll Modellprojekt werden.

Wohnten eine Woche zusammen: Mareike Kampen (17), Sarah Birk (21), Hauke Tjaden (17) und Michael Lübben (18). Auf dem Bild fehlt Sina Zuschke (19).
Von EZ-Redaktionsmitglied JANINE SCHALLER
Frühstück machen, die Wohnung putzen und die Freizeit gestalten. Dies ist ein Teil dessen, was Schüler der Pestalozzischule in einem Wohntraining gelernt haben.
Was den fünf Schülern der Abschlussklasse aus dem Förderbereich der geistigen Entwicklung ermöglicht wurde, soll nach Wunsch der Organisatoren ein Modell für die Region werden. Aus diesem Grund haben die Pestalozzischule und der Verein "Gesellschaft zur Förderung nachhaltiger Lebensqualität" das Wohntraining in dieser Woche dem Emder SPD-Fraktions-Chef Hans-Dieter Haase vorgestellt. Sie luden ihn in die seit 2004 gemietete Wohnung in Barenburg ein.
Eigenständig
Darin waren die Schüler über einen längeren Zeitraum hinweg von ihren Lehrern auf das eigenständige Wohnen vorbereitet worden. Auf dem Stundenplan standen beispielsweise Einkaufen, Kochen, Wäschepflege, das Anlegen eines Gartens, der Umgang mit Konflikten und Freizeitgestaltung. Auch gab es die ein oder andere von Lehrern betreute Übernachtung.
In der vergangenen Woche lebten die fünf Schüler im Alter von 17 bis 21 Jahren schließlich von Montag bis Freitag in der Wohnung. Unterstützt wurden sie dabei von zwei Mitarbeitern des Vereins.
Finanziert hatte die "Aktion Mensch" das Projekt aus dem Programm "5000x Zukunft". "Das Training kam bei Schülern und Eltern sehr gut an", sagte der Leiter der Pestalozzischule, Rolf Beckmann. Um es langfristig anbieten zu können, brauchen er und das Kollegium jedoch eine Sicherung der Finanzierung auf längere Sicht. Beckmann: "Längere Gewöhnungsphasen sind für unsere Schüler wichtig."
Lücke schließen
Auch die Zusammenarbeit mit der "Gesellschaft zur Förderung nachhaltiger Lebensqualität" soll fortgesetzt werden. Deren Geschäftsführer, Jörg Hass-Tjaden, will mit dem Modellprojekt eine Lücke in der Region schließen und auch vom Arbeitgeber unabhängiges Wohnen ermöglichen. "Es ist eine Ergänzung zum bisherigen Angebot. Dabei kann auch herauskommen, dass jemand nicht alleine leben kann."
Ratsmitglied Haase erbat zum Anschluss der Wohnungsbesichtigung verlässliche Zahlen als Grundlage für eine Entscheidung des Emder Rates. Er sieht eventuell eine Möglichkeit, das Projekt als Modellprojekt weiter zu entwickeln in einer Kooperation mit der Fachhochschule. "Wünschenswert wäre ein Modell mit Bestand für die Jugendlichen. Ihr Wunschziel ist, mehr Erfahrungen selbst zu machen."
Emder Zeitung vom 18. Februar 2006
Arbeitsmarkt-Chancen für junge Behinderte verbessern
Ostfriesischer Verein ist mit einem dreijährigen Projekt für Schüler gestartet.

Jörg Hass-Tjaden: "Ziel ist ein selbstbestimmtes Leben." RB
Von EZ-Redaktionsmitglied JANINE SCHALLER
Mit dem Projekt "Fit for Future" sollen lernbehinderte ostfriesische Schüler in den kommenden drei Jahren beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützt werden. Der Verein "Gesellschaft zur Förderung nachhaltiger Lebensqualität" will dadurch junge Behinderte unterstützen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Angeboten wird das Projekt seit dem 1. Januar dieses Jahres für Schüler der Pestalozzischule in Emden und der Förderschulen in Pewsum und Großefehn.
Die Schüler aus den 8. und 9. Klassen sollen durch eine spezielle Förderung ihrer Fähigkeiten Chancen auf dem regulären, dem so genannten ersten Arbeitsmarkt bekommen. Ein Ziel, das nach Einschätzung des Projektleiters Jörg Hass-Tjaden bereits bundesweit verfolgt wird. "In Ostfriesland kommt alles ein bisschen später, außer Windkraft, da sind wir führend," sagte er bei einer Vorstellung des Projektes. Als Beispiel nannte Hass-Tjaden die Einrichtung von Schülerfirmen als zentralen Teil des Projekts. Darin werden die Jugendlichen Dienstleistungen planen, produzieren und verkaufen. "Bundesweit gibt es bereits etwa 150 Schülerfirmen."
Im zweiten Teil von "Fit for Future" stehen die betrieblich begleitete Ausbildung und Qualifizierung im Mittelpunkt. Die geistig behinderten Jugendlichen können dann nicht nur Praktika, sondern auch eine begleitete, zweijährige Qualifizierung wahrnehmen. Hass-Tjaden: "Wir wollen die Betriebe dabei unterstützen." Seiner Erfahrung nach wollen viele Firmen Behinderte ausbilden, haben aber nicht die entsprechende Erfahrung. Auch mit den Werkstätten für Behinderte ist eine Zusammenarbeit geplant.
Ein weiteres Ziel des Vereins ist es, das Erlernen von mehr Berufen für behinderte Jugendliche zu ermöglichen. Projektkoordinator Hass-Tjaden: "Im Kammerbezirk Ostfriesland gibt es nur elf verschiedene Ausbildungen zum Fachwerker oder Helfer, bundesweit sind es 190." Gemeinsam mit den Kammern, der Agentur für Arbeit, den Berufsschulen und weiteren Kooperationspartnern sollen duale Ausbildungen entwickelt werden.
Um die Ergebnisse des Projektes langfristig nutzen zu können, sollen alle erarbeiteten Materialien dem Niedersächsischen Kultusministerium zur Verfügung gestellt werden. Unter anderem ist eine Grundlage für die Beurteilung der Schüler geplant. Der Verein finanziert das Projekt, das bis Dezember 2008 läuft, zu 80 Prozent über bewilligte Mittel aus der Aktion Mensch. Den anderen Teil trägt der Verein zunächst selbst.
Gesllschaft zur Förderung nachhaltiger Lebensqualität e.V.
Der gemeinnützige Verein, wurde im Jahr 2004 gegründet. Ziel ist, die Lebensqualität von Menschen in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Freizeit nachhaltig zu verändern. Dazu sollen Integrationsprojekte entwickelt und Angebote der offenen Hilfen aufgebaut werden.
Zielgruppe: Behinderte, Jugendliche und von Arbeitslosigkeit betroffene
Weitere Projekte: "Durch dick und dünn", Prävention von erworbenen Behinderungen durch Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten von Jugendlichen (bislang in Moormerland), Modellprojekt "Trainingswohnen" für Schüler der Emder Pestalozzischule (wir berichteten)
Zusammenarbeit mit dem "Bundesverband für Analphabetismus" zur Entwicklung eines speziellen Programms für Lernbehinderte
Kontakt:
Vereinssitz ist Aurich, Postadresse: Burenweg 4, 26802 Moormerland
Vorstand: Jürgen Brockmann und Gerda Mülder Projektkoordinator Jörg Hass-Tjaden ist erreichbar unter 0 49 41-60 450 61 und per E-Mail unter joerg.hass-tjaden@ewetel.net